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Wissenschaftsakrobatik
Dr. Robert Harsieber
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(1) Kommentare
Bei leichten grippalen Infekten (Erkältung, Atemwegsinfekten) gleich Antibiotika zu schlucken, ist falsch, weil nutzlos. Gegen Viren, die solche Infekte gewöhnlich verursachen, helfen Antibiotika, die gegen Bakterien eingesetzt werden, gar nichts. Das haben Komplementärmediziner schon immer gesagt, das wissen Schulmediziner inzwischen auch, und viele Patienten ebenfalls.
Aber in der Medizin scheint nicht der logische Hausverstand, sondern nur die Wissenschaft zu zählen. Daher haben jetzt US-Wissenschaftler eine Studie durchgeführt, um das,was alle wissen, auch zu bestätigen. Von 800 Patienten, die an Erkältung litten, wurden einem Teil Antibiotika sofort verschrieben, einen Teil erst später und dem dritten Teil gar nicht. Nach drei Wochen konnten die Experten feststellen, dass die Antibiotika wirkungslos waren.
Dass in dieser Studie Patienten absichtlich falsch behandelt wurden, ist mehr als problematisch. Denn - wie der Studienleiter Prof. Paul Little von der University of Southampton selbst festhielt - die falsche Einnahme von Antibiotika führt zu Resistenzen gegen diese Medikamente, so dass deren Wirksamkeit nachlässt und im Ernstfall immer höhere Dosen verabreicht werden müssen. Die Experten raten daher "dingend zu einem bedachteren Einsatz des Wirkstoffs". Das sollte man den Experten auch raten...
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Kommentare
Kommentiert von: Helge Mücke | 22.06.2005 23:17:35
Dass Antibiotika nicht gegen Viren helfen. müsste ja nun wirklich inzwischen eine Binsenweisheit sein. Um so empörender, dass Ärzte es immer noch gegen grippale Infekte verschreiben - und dass dazu noch Experimente nötig sind !!


